Texte & Termine

In Vorbereitung (Herbst 2020):

 

Thomas Frahm

Träume sind das Teuerste

Roman

582 S., geb., ca. 30 €

Nur weil sein Romanistik-Professor eine Bulgarin heiratet, soll Stefan Krings Bulgarisch lernen und nach Bulgarien gehen? Ja, wer denn sonst? Niemand hat weniger Pläne als Stefan, niemand setzt sich unbedarfter dem Neuen aus. Genau so einen brauchen sie. Als der EU-Beitritt Bulgariens naht, soll Stefan für das Belletristik-Imprint des Sprachführer- und Schulbuch Verlages, der die Zeitschrift der beiden finanziert, sogar einen Roman ausfindig machen, der die Wende-Ereignisse kritisch beschreibt. So wird Stefan Übersetzer, und er wird es gern, denn da muss er nicht für eigene Worte geradestehen, sondern bloß für die anderer! Doch warum strengen ihn die intensiven Sprachströme Slav Slavovs, des Romanautors, so an, dass er sich von Kopf bis Fuß taub fühlt? Er beginnt, Streifzüge durch Sofia zu unternehmen, um diese Taubheit abzuschütteln und Beobachtungen zu machen, in denen er wenigstens etwas von sich erkennen könnte. Dabei lernt er eines Abends in Bahnhofsnähe Dunaja kennen, eine Zigeunerin, deren Gottvertrauen ihn so überwältigt, dass er erst in das freie Zimmer des alten Bulgaren zieht, bei dem sie mit ihren Kindern lebt, dann in ein kleines Zigeunerlager am Rande der Stadt. Es wird dramatisch. Stefan, dem eine gescheiterte Jugendliebe nur bestätigt hatte, dass er einer Frau nichts zu bieten hat, muss nun Farbe bekennen, zu Potte und aus der Reserve kommen! Nun wird sein eigenes Leben zur übersetzerischen Herausforderung, und als Übersetzer des Übersetzers fungiert … Slav Slavov, der selbstbewusste, erfolgsverwöhnte, aber auch seines Könnens überdrüssig gewordene Sprachschamane! Als auf dem Weg heraus aus den Nischen seines Schattendaseins auch noch Dunajas jüngere Schwester aufkreuzt, eine Streunerin, die auf ihre Art genauso zwischen allen Stühlen sitzt wie Stefan, da schmilzen die Grenzen zwischen Selbstergreifung und Ergriffensein vollends dahin.

 

Boris Hristov

Ausgewählte Werke. Lyrik und Prosa

Mit einer literaturwissenschaftlichen Einführung in das Werk des Autors und einer Bibliographie der Originalveröffentlichungen.

ca. 300 S., geb. ca 24 €

CHORA Verlag, Duisburg

„Abendtrompete“, der Gedichtband, mit dem Boris Hristov 1977 debütierte, war ein Paukenschlag, stand diese Lyrik in Sprache, geistigen Bezügen und Themen vollkommen quer zur Literatur der Zeit im damaligen Bulgarien. In seinen Außenseiter-Novellen und dem Roman „Der Vater des Eies“ erkundete Hristov die Welt der Randfiguren in einer angeblich völlig kontrollierten Welt. Bis heute ist Hristov in Bulgarien eine geistige und moralische Institution.

Der Band wird enthalten die zwei legendären Gedichtbände Hristovs, die Novelle „Der Trödler Lazar“, Auszüge aus dem Roman „Der Vater des Eies“, Prosaminiaturen und einen Essay über den Autor.

Kurzvita:

Boris Kirilov Hristov wurde 1945 in Krapets bei Pernik (Nähe Sofia) geboren. abitur in Pernik, Studium der Bulgaristik in Veliko Tarnovo. Arbeit als Lehrer, Journalist und Filmredakteur.

Lyriker, Erzähler, Autor von Drehbüchern für Spiel- und Dokumentar- sowie Animationsfilme.